Happy Birthday zum Siebten

Der traditionelle Jahresrückblick von Matthias Ambré


Was für ein Jahr! Von allen bereits sieben zurückliegenden Kammerjahren, war dies wohl das aktivste und vielleicht auch richtungsweisendste. Mal davon abgesehen, dass es Max und mich an die Grenze der Belastbarkeit gebracht hat, oder ehrlicherweise sogar darüber hinaus. Zurückblickend kann ich sagen, dass wir musikalisch dort angekommen sind, wo wir immer hinwollten.

Doch weil das ganze Projekt aufgrund seiner Besetzung und des Sounds so ein bisschen eigen ist, wird es wohl ein sogenanntes „Nischenprodukt“ bleiben. Irgendwie „speziell” halt. Schwer zu vermitteln. 

Max und ich sind beide lange genug im Musikbusiness unterwegs um zu wissen, dass es ein gewisses Schubladendenken braucht, wenn man eine Band vermarktet. Je mehr Klischee, desto einfacher zu verkaufen. Tja, aber leider sind wir kein Klassikorchester, kein Mittelalter, kein Irish-Folk, wir sind kein Klassik-meets-Gothic-Projekt - und wollen es auch nicht sein. Man sollte es nehmen, wie es ist. Mal ist es klein, zart, leise, minimiert und zerbrechlich und manchmal ist es groß, laut, rockig mit jeder Menge Dreck unter den Nägeln.

Wir sind die Kammer. Eine Band von Musikliebhabern für Musikliebhaber, die bereits sind, sich auf spinnerte und marktuntaugliche Vielseitigkeit einzulassen.

„Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann,
wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat,
sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.“

Antoine de Saint-Exupéry, Schriftsteller, aus „Terre des Hommes“, 1939

Das Jahr 2018 begann mit einem Projekt, dass Max und mir schon lange am Herzen lag. Normalerweise ist es ja die größte Herausforderung, die opulente Orchestrierung unserer Songs in den Griff zu bekommen. Die vielen sehr eigenwilligen Instrumente zu einem homogenen Sound zu arrangieren, braucht viel Muße und Zeit und vor allem Geduld. So entstand die Idee, das ganze mal musikalisch bis aufs Grundgerüst zu reduzieren. Als Ergebnis dieses „Experiments“ haben wir unter dem Namen „Die Kammer minimized“ im Frühjahr eine EP veröffentlicht, die praktisch nur aus Gitarren und Gesang besteht. Gastmusikerin war Kammer-Urgsteinin Tabea Rotter am Cello, die mit ihrem einzigartigen Ton einigen Songs noch zusätzlichen Zauber verlieh.

Drei Previews auf das kommende Album. Drei alte Kammersongs in neuem Gewand. Drei Coverversion aus der Vergangenheit. Ich persönlich hatte etwas Angst vor der Retrospektive auf den Song „Demon Love“. Geht schnell, dass so etwas in falsche Hälse gerät. Ich fand’ den Song aber einfach immer schon klasse und es war für mich der absolute Wunschkandidat was das Thema „Cover aus der Vergangenheit“ betrifft. Ohne Hintergedanken. Auch wenn ich zugeben muss, dass Max’ stimmliche Interpretation wirklich richtig richtig tief geht.

Sowohl die tollen Schwarzweißbilder als auch die drei Videos wurden von meinem alten Freund Fabian Hild fotografiert, der nicht nur ein exzellenter Bildkünstler ist, sondern selbst Musiker und auch immer treuer Gast bei den Kammerkonzerten. Ganz herzlichen Dank an dieser Stelle! Und weil die Videos wirklich unglaublich stimmunsvoll und sehenswert sind – hier noch mal alle drei auf einen Blick:

 

Minimiert auf Tour
mit der Letzten Instanz

„Noch einmal an eurer Seite stehen
Die Feste feiern und die Sonne sehen
Ich will bleiben, in eure Augen sehen
Es brennt noch Licht, ich kann nicht gehen“

Letzte Instanz - Noch einmal


Ebenfalls unter dem Namen „Minimized“ gingen wir dann zu zweit auf Tournee als Support der Band „Letzte Instanz“. Cellist Benni Cellini ist ja bereits auch fester Bestandteil der Kammerfamile, und so ergab sich diese Idee, eine Rockband mit einem Akustikduett zu eröffnen. Natürlich war die Songauswahl eine ganz andere, als die auf der gerade veröffentlichten EP. „Lass es krachen“ war hier unser Motto. So sieht man auch wie schwierig das mit den Begrifflichkeiten ist, was eben so unter „Die Kammer“ fällt.

Das Experiment ist in jedem Fall mehr als geglückt, die Resonanz war überwältigend. Und – was mindestens genaus wichtig ist – viele neue Freundschaften und Bande wurden geknüpft. Leute, ich war echt mit vielen Bands auf Achse in meinem Leben, aber diese Truppe ist wirklich eine der sympatischsten, authentischsten und herzlichsten, mit der ich je unterwegs sein durfte! Herzlichen Dank!

Festivals. Festivals. Festivals.

Im Sommer standen wieder einige Festivals an. Angefangen mit dem Wave-Gotik-Treffen – nun schon zum dritten mal. Zum allerersten mal auf dem legendären Rudolstadt-Festival. Ein ganz neuer Rahmen für uns, aber auch eine tolle Bestätigung, wie vielschichtig das Publikum der Kammer ist. (Ein bisschen stolz war ich dennoch als inmitten der bunt–gebatikten–Zuschauermengen sich eine kleine Gruppe tiefsschwarz gekleideter Kammerfans zusammengerottet hatte. Ein herrlicher Anblick!)

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Und endlich: Wir hatten lange daran gearbeitet und nun war es soweit: Die KAMMER zum ersten mal auf dem Mera Luna Festival! Zur besten Mittags-Primetime. Und was sollen wir sagen. Es war einfach herrlich. Natürlich waren in einige Zuschauergesichtern erst mal etwas Verwirrung zu erknennen, ob der fremdartigen Klänge, die nicht so ganz dem gängigen Schwarze–Szene–Festivalsound entsprechen wollten. Aber mit Leidenschaft und Herzblut haben wir sie geknackt. Die Kammer kann nämlich rocken. Und wie!

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Kammerfeuer 2018

Zum zweiten mal hatten wir gerufen, zum zweiten mal seid Ihr gefolgt! Unser Fantreffen schickt sich an Tradition zu werden. Wieder eine wunderschöne, harmonische und intime Atmosphäre am Lagerfeuer, mit Speis und Trank und viel akustischer, handgemachter Musik.

Und: ja - es wird auch 2019 ein Kammerfeuer geben … mit einigen Überraschungen …

Hither and Thither

Ein Kammerjahr wäre kein echtes Kammerjahr ohne unseren ewigen Song „Hither and Thither“. Auch 2018 gab es zu jeder Jahreszeit eine neue Interpretation des Songs.

Winter: Max & Matze bei dezenten -12°

Frühling: „Hast du Töne“-Gesangsverein Ehringshausen

Sommer: Zusammen mit dem süßesten Folk-Duo der Welt: Romie

Herbst: Max & Matze im strömenden Regen

 

Some T#ings Wrong

Als ob nicht schon genug 'Musik' in diesem Jahr gesteckt hätte, haben wir dann auch noch ein komplett neues Album geschrieben, produziert, aufgenommen und veröffentlicht.

(ein wenig selbstmitleidiges Opfergequatsche hier reindenken)

Doch bei allem Klagen: Ich freue mich, dass bei diesem Album auch Kammergeiger Matthias Raue maßgeblich mitgewirkt hat. Viele der Orchesterarrangements stammen diesmal von ihm. Das bringt einfach ganz frischen Wind und neue Klänge in die Kammer. Und auch dass Sprecherin Sabine Bohlmann unserer Sophie wieder ihre Stimme verliehen hat. Was für ein wahnsinniges Glück ich habe, mit so vielen, unglaublich talentierten und tollen Menschen arbeiten zu dürfen!

A propos: das Artwork zum Album lieferte diesmal wieder der Ausnahmefotograf Sven Fennema. Seine sensationellen Fotos von alten italienischen Irrenanstalten sind nicht nur bedrückend und beeindruckend zugleich, sie dienten auch tatsächlich als ganze Metapher für das vierte Album.

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Musikalisch haben Max und ich hier weiter unser Ziel verfolgt, es ein wenig rockiger und naja 'dreckiger' anzugehen. Wir glauben, dass es gut geklappt hat. Nicht zuletzt betone ich ja auch öffentlich immer wieder gerne, dass es sich bei „Some T#ings Wrong“ um ein sehr sehr gutes Album handelt ;)

Den Jahresabschluß bildete dann endlich die „große“ Tournee. Mit vollem Orchester und neuen Songs. Durch Deutschland und Österreich. Teil der Tournee waren hier auch ein Festivalgig beim wunderschönen „Autumn Moon“ in Hameln und unserem ersten kleinen eigenen Festival, den „1. Wiener Kammerspielen“.

Bei einer solch großen Besetzung ist ja immer etwas 'Dynamik' in der terminlichen Organisation der Besetzung. Und so gab es auch auf dieser Tour einige neue Gesichter auf der Bühne zu sehen. Die Bratsche spielte Dominique Schäfer, das Cello Linda Laukamp und für drei Konzerte spielte Joachim Müller die Tuba. Und zwar alle drei mit bestechender Professionalität und mitreißender Leidenschaft. Wir sagen herzlich Willkommen in der Kammer!

Mit dabei als Support und Gast: das bezaubernde Folk-Duo Romie. Danke Euch beiden! Ihr habt uns die Tournee wortwörtlich 'versüßt' …

Es war von vorne bis hinten einfach nur großartig. Keine Ahnung, wann wir noch einmal auf Tournee gehen werden. Aber von dieser kann man noch lange zehren!

Und weil Bilder nun mal viel mehr als Worte sagen – hier eine kleine Galerie mit raren, stimmungsvollen Fotos hinter den Kulissen (fotografiert von Ingo Römling) die das Tourfeeling ziemlich authentisch wiedergeben:

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Mir bleibt nun nur noch Euch allen einen wundervollen Start ins neue Kammerjahr und dann ins neue Jahr 2019 zu wünschen. Bleibt gesund und munter und offen für Musik, die sich nicht so leicht in Schubladen stecken lässt.

Euer Matze