Happy Birthday zum Achten

(von Matthias “Matze” Ambré)

Sophie wandte sich zum Grab ihres Großvaters und sprach: 'ich werde die Kammer finden, das verspreche ich Dir!' Und so machte sie sich auf die Suche.

Ihr Lieben,

acht Jahre auf den Tag genau ist es her, dass Max und ich unser gemeinsames Projekt "Die Kammer" offiziell gegründet haben. Die Kammer als ein Ort in dem in unterschiedlichen Konstellationen Musik gemacht wird. Ein durchaus wagemutiges, aufwändiges aber nach wie vor äußerst spannendes Konzept, vielleicht nicht unbedingt das, was man von uns damals erwartet hatte, aber eines voller Herzblut und Intensität und aufrichtiger Leidenschaft. Die Motivation, die Kammer zu gründen, kam damals aus der jeweiligen persönlichen Vergangenheit heraus. Vor allem der Erkenntnis, dass es trotz aller Frustrationen, menschlicher Enttäuschungen und Rückschläge ja nun auch keine Lösung sein kann, jetzt so gar keine Musik mehr zu machen. Und so gründeten Max und ich die Kammer, nicht nur als bizarres Waisenhaus für gestrandete Ex-Kollegen, sondern auch als Hort für viele neue großartige Künstlerbekanntschaften. Von so unzähligen fantastischen Musikern, die in den letzten Jahren mit uns in so vielen unterschiedlichen Live-Besetzungen auf der Bühne standen, wie zum Beispiel die lange lange Liste der Gäste für "Hither & Thither" im Kammergarten, über Fotografen, wie zum Beispiel der großartige Lost-Places-Experte Sven Fennema, der für viele unserer Artworks verantwortlich zeichnet, oder die wunderbare Synchronsprecherin Sabine Bohlmann, die unsere kleine Begleiterin "Sophie" zum Leben erweckt hat, oder wie zum Beispiel enge Bandfreundschaften wie die zur einzigartigen Letzte Instanz bis hin zu den aufstrebenden Supportbands, die uns bisher begleitet haben und die wir gerne unterstützen, wie zum Beispiel die magischen DELVA oder die einfach zauberhaften Romie.

Einladung zur Invitation

Dieser Idee der Kammer folgt auch das Konzept unseres eigenen Festivals "The Invitation".

➡️ The Invitation - Das Akustik-Festival

Eine Einladung an alte und neue Künstler in der Kammer, eine Zusammenkunft alter Recken und neuer Bekanntschaften. Doch nach so einigen anderen Dämpfern, die das Jahr 2019 so für uns bereit hielt, war es wohl der krönende Jahresabschluss, dass wir den ersten Termin des Festivals verschieben mussten. Wir hatten wohl kein besonders glückliches Händchen, vor allem bei der Wahl des Zeitpunkts mitten im Vorweihnachtstrubel, und waren gezwungen, das ganze etwas bescheidener im neuen Jahr anzugehen. Umso mehr müssen wir an dieser Stelle Euch allen mal danken, die schon Tickets hatten, die Hotels umbuchen mussten, denen extra Kosten entstanden, die sich vielleicht vergebens darauf gefreut hatten - es hat sich wirklich niemand beschwert oder gar gemeckert, jeder von Euch hat Verständnis für unsere Entscheidung gezeigt. Ihr hab ja keine Ahnung, wie gut Max und mir das getan hat! Umso mehr freuen wir uns jetzt auf die Invitation am 29.2.2020!

Ohne allzu kulturpessimistisch oder larmoyant klingen zu wollen, darf man erwähnen dass all dieser ganze musikalische und künstlerische Luxus, den wir uns mit all dem oben beschriebenen gönnen, alles andere als selbstverständlich ist. Er ist durchaus mit viel Aufwand, Liebe, Energie, Zeit und – klar – auch Geld verbunden. Und auch wenn Max und ich unverbesserliche Träumer sein mögen und diese Träumer auch sehr gerne bleiben wollen, sind auch uns die – nun ja – "natürlichen Grenzen" gesetzt. Und wenn es dann mal nicht so voran geht und läuft, wie man das geplant hatte - ich denke jeder kennt das – dann schleicht sich dieser zermürbende Frust ein, erst heimlich, unmerklich bis er dann ganz die Macht übernimmt, der jedwede Kreativität blockiert und im Keim erstickt.

Bis hin zu dem Punkt, dass man eigentlich soweit ist, einfach alles hinzuschmeißen.

Zeit für Veränderungen und Zeit für neue Wege

2019 neigt sich dem Ende zu und hinter uns liegt ein Jahr, dass für Max und mich vor allem durch pragmatische Maßnahmen geprägt war, wie aufzuräumen, unseren Schuldenberg deutlich abzutragen, Zeit zum Durchschnaufen zu finden (hallo, wir sind jetzt beide über 50!), das ein oder andere auch mal zu hinterfragen und zu überdenken, und natürlich um neue Inspirationen und Ideen zu finden und neue Pläne zu schmieden. Die gute Nachricht: es hat sich gelohnt! Pünktlich zum Jahreswechsel kehrt sie in großen Schritten zurück, die Lust und Leidenschaft wieder neue Songs zu schreiben, im Kammerkeller bei Rotwein und Kerzenschein den Ideenstrom fließen zu lassen, ganz so wie in den allerersten Tagen der Kammer, mit der nötigen Naivität und der ungehörigen Frechheit, nicht für ein Publikum sondern erst mal nur für uns zu komponieren. Und neues auszuprobieren, neues Terrain zu betreten, und auch ganz neuen Sounds und Klängen mal eine Chance zu geben.

Wir wissen somit zwar noch nicht genau, wie und in welcher Form die Kammer in 2020 unterwegs sein wird, aber sie wird! Ohne das dramatisieren zu wollen, so sicher war das wirklich nicht und es sind auch nicht nur leichte Einschnitte, die wir machen werden. Aber es geht weiter! Geht einfach mal davon aus, dass es halt noch komplizierter wird mit uns, als es sowieso schon ist.

Ihr kennt uns zu zweit, Ihr kennt uns zu acht und bald werdet Ihr uns auch irgendetwas dazwischen kennenlernen.

Freut Euch mit uns auf ein tolles spannendes neues Jahr 2020 mit viel neuer Musik und neuen Klängen aus der Kammer!

Wir wünschen Euch von Herzen ruhige, entspannte Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr! ❤

Matze, am 22.12.2019